Untersuchungsräume

Aus kleinen Regionen ziehen wir große Schlüsse für die Zukunft…

Ruhrgebiet: Wir müssen reden

Das Forschungsprogramm von NEMO (Neue EmscherMobilität) beschäftigt sich mit vielen detaillierten Fragen. Dazu braucht es engen Kontakt zur Vielfalt des Emscherlands. Das Team hat daher vier Untersuchungsräume ausgewählt: Sie sind besonders geeignet dafür, intermodale Mobilität zu entwickeln und trennende Elemente zwischen Stadtquartieren abzubauen. So können Sozialräume neu zusammenwachsen sowie Landschaft und Siedlungsbereiche verknüpft werden. Außerdem sind die ausgewählten Untersuchungsräume Schauplätze bestehender stadtplanerischer Vorhaben. Dadurch kann das Thema Mobilität in der konkreten Stadtentwicklung von Beginn an mitgedacht werden.

 

Untersuchungsraum 1: Oberhausen-Buschhausen

Der Stadtteil Buschhausen ist vor allem durch Wohnbebauung in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie durch ein großes Gewerbegebiet gekennzeichnet. Die Bevölkerungsentwicklung liegt unter dem Durchschnitt. In dem Gebiet leben einerseits privilegierte, junge Menschen, andererseits aber auch stark sozial benachteiligte Gruppen. Die Emscher fließt hier teilweise durch die Stadtmitte und in Hochlage: Die hohen Deiche haben für das Stadtgebiet einen extrem trennenden Charakter.

Untersuchungsraum 2: Essen (Vogelheim, Karnap, Altenessen) / Bottrop Süd (Welheimer Mark)

Die hier vorhandenen Industrieflächen stellen eine Barriere dar – es besteht kein Zugang zur Emscher, Fahrradwege sind unterbrochen, Buslinien enden aus beiden Richtungen und es gibt abseits des Autoverkehrs so gut wie keine Brücken über Emscher und Kanal. Die Bevölkerungsentwicklung liegt unter dem Durchschnitt. Die generell jüngere Bevölkerung ist stark sozial benachteiligt. Das Gebiet ist Teil des interkommunalen Entwicklungskonzepts „Bottroper Süden“ und der „Innovation City Ruhr“. Ein Energie- und Technologiepark ist in Planung.

Untersuchungsraum 3: Wasserkreuz: Castrop-Rauxel Nord (Habinghorst, Heinrichenburg) / Recklinghausen Ost (Röllinghausen)

Dieses Gebiet ist ländlich geprägt und von hoher landschaftlicher Qualität. Hier finden sich Naherholungsräume wie die ehemalige Deponie Brandheide ebenso wie forstwirtschaftlich genutzte Waldgebiete. Die Bevölkerungsentwicklung ist überdurchschnittlich, junge und ältere Menschen sind meist privilegiert, nur wenige sozial benachteiligt. Im Rahmen des von der Emschergenossenschaft entworfenen Programms „Emscherland 2020“ wird das Gebiet weiter aufgewertet werden. Die geplante Brücke „Sprung über die Emscher“ soll das Gebiet weiter integrieren.

Untersuchungsraum 4: Dortmund Dorstfeld / Innenstadt West

Dorstfeld im Dortmunder Westen ist dörflich und vom Bergbau geprägt. In der Innenstadt stehen Gründerzeitbauten, im Südteil Ein- und Mehrfamilienhäuser. Östlich der Emscher bildet ein Gleisdreieck eine Barriere zur Innenstadt. Die Bevölkerungsentwicklung ist unterdurchschnittlich. Die ältere Bevölkerung zählt zu den privilegierten Schichten, die junge ist stark sozial benachteiligt. Dorstfeld soll Teil des Dortmunder Schauplatzes im Rahmen der „Internationale Gartenausstellung 2027“ sein. Zudem bietet sich hier eine Anknüpfung an den Verlauf des „Radschnellweg Ruhr“ (RS1) an.

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